Von der Industriebrache zum Gewerbestandort: Entwicklung des Industriegebiets Coswig-Kötitz
Über Jahrzehnte prägte die Kunstlederproduktion das Industriegelände im Coswiger Stadtteil Kötitz. Nach dem Ende der Nutzung verfiel das Areal jedoch zunehmend. Heute entsteht hier ein moderner Industrie- und Gewerbestandort. IPROconsult begleitete diesen Transformationsprozess von der Bauleitplanung über Umweltuntersuchungen bis zur ökologischen Baubegleitung.
Industriegeschichte in Coswig-Kötitz
Seit 1898 wurde in Kötitz Kunstleder produziert. Produkte des Volkseigenen Betriebs Cowaplast – darunter Folien, Kunstleder und Fußbodenbeläge – exportierte die DDR unter anderem nach Skandinavien. Nach der Auflösung des Nachfolgeunternehmens Jakob Buhl Leder- und Kunstlederverarbeitung im Jahr 2009 verfiel das Gelände.
2019 beauftragte die Stadt Coswig IPROconsult mit der Kartierung von Flora, Fauna und Biotopen sowie mit der Bauleitplanung. Planungsingenieur Thomas Gläßer erarbeitete den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan. Umfangreiche artenschutzfachliche Untersuchungen, Flächenbilanzierungen und grünordnerische Festsetzungen bildeten die Grundlage für die Genehmigung. Der Coswiger Stadtrat beschloss den Bebauungsplan im April 2021.

Historischen Baumbestand erhalten
Für die Entwicklung der Industriebrache sind Investitionen von rund 11,6 Millionen Euro vorgesehen. Dazu gehören der Rückbau von elf Gebäuden, Bodensanierungen sowie der Neubau von Trink- und Abwasseranlagen, Regenwasserleitungen und Straßen.
Bereits während der Rückbauarbeiten übernahm IPROconsult die ökologische Baubegleitung und sorgte dafür, dass Teile des historischen Baumbestands erhalten werden konnten. Parallel erstellte das Team Grünordnungsplan, Umweltbericht und artenschutzrechtlichen Fachbeitrag.

Nachhaltige Entwicklung am bestehenden Standort
Alle erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen konnten direkt auf dem Gelände umgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung waren starke Geländesprünge aus früheren Tonabbauzeiten. Durch Anpassungen bei Straßenführung, Böschungen und Regenrückhaltebecken gelang es jedoch, sowohl die technische Erschließung als auch den Baumerhalt zu berücksichtigen.
Auch der ehemalige Werksparkplatz wurde entsiegelt und neu gestaltet. Durch eine angepasste Bepflanzung sowie Bodenverbesserungsmaßnahmen sind Bäume und Sträucher künftig besser auf Hitze- und Trockenperioden vorbereitet.

Industriestandort ohne neue Flächenversiegelung
Für die Stadt Coswig entsteht so ein moderner innerstädtischer Industriestandort, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Gleichzeitig profitiert das Gebiet von der vorhandenen Infrastruktur mit guter Straßen- und Gleisanbindung.

