Kläranlage Landsberg: anspruchsvolle Gründung auf wenig Platz
Die Kläranlage Landsberg, wenige Kilometer östlich von Halle, musste aufgrund gestiegener Anforderungen an Reinigungsleistung und Einleitbedingungen technologisch ertüchtigt werden. Im Auftrag des Wasser- und Abwasserzweckverbands Saalkreis übernahm IPROconsult die örtliche Bauleitung für den Tief- und Stahlbetonbauteil. Die besondere Herausforderung: Die Erweiterung erfolgte im laufenden Betrieb und unter stark beengten Platzverhältnissen.

Erweiterung der Kläranlage im laufenden Betrieb
Kernstück des ersten Bauabschnitts war der Neubau eines Nachklärbeckens mit 35 Metern Durchmesser. Ergänzend entstanden ein Verteilerbauwerk sowie ein Probe- und Messschacht. Die örtliche Bauüberwachung übernahm Ingolf Darmochwal, Abteilungsleiter Bauüberwachung in der IPROconsult-Niederlassung Halle.
Im zweiten Bauabschnitt folgten das Pumpenhaus, die Inbetriebnahme der Grundwasserabsenkung über Tiefbrunnen, die Verlegung der Rohrleitungssysteme sowie der Bau von Kabelziehschächten und Schutzrohrtrassen.

Spundwände, Tiefbrunnen und 8.000 Kubikmeter Erdaushub
Bevor die eigentlichen Bauarbeiten starten konnten, wurde das Baufeld vorbereitet: mit Baufeldfreimachung, Baustraßen und Lagerflächen. Für die Sicherung der Baugruben des Nachklärbeckens und des Pumpenhauses wurden rund 1.700 Quadratmeter Spundwände mit Längen von bis zu neun Metern eingebracht.
In Teilbereichen waren zusätzliche Verpresspfähle zur Rückverankerung nötig. Besonders anspruchsvoll war außerdem die Absenkung eines gespannten Grundwasserleiters über neun bis zu 18 Meter tiefe Brunnen. Insgesamt wurden etwa 8.000 Kubikmeter Erde bis auf acht Meter Tiefe ausgehoben, beprobt und fachgerecht entsorgt.
„Die Errichtung der Bauwerke im laufenden Betrieb bei beengten Platzverhältnissen war schon eine ziemliche Herausforderung“, berichtet Darmochwal.

Tiefbau in vielen Facetten
Ein Höhepunkt des Projekts war das Betonieren der geneigten Bodenplatte: An einem Tag wurden rund 320 Kubikmeter Beton eingebracht und geglättet. Die runden Außenwände entstanden anschließend in 14 Etappen. Dafür kamen rund 1.000 Quadratmeter Schalungsmaterial zum Einsatz.
„Wir hatten bei diesem Projekt fast die gesamte Palette des Tiefbaus zu bewältigen“, erinnert sich Darmochwal. „Von der anspruchsvollen Gründung mittels Spundwandbau bis hin zum Rohrleitungsbau war alles vertreten.“
Auch Taucher kamen zum Einsatz: In den vorhandenen Belebungsbecken verschlossen sie Öffnungen in der Beckenwand und stellten neue Öffnungen für Ab- und Zuläufe zum Verteilerbauwerk her.

Zukunftsorientierte Infrastruktur für Landsberg
Unter der örtlichen Bauüberwachung von Ingolf Darmochwal wurde das Projekt im Mai 2025 im vorgesehenen Kostenrahmen von 3,2 Millionen Euro netto abgeschlossen. Seit der Inbetriebnahme verfügt die Kläranlage Landsberg über den ersten Teil einer zukunftsorientierten Infrastruktur – realisiert zur Zufriedenheit aller Beteiligten.
