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Das neue Büro- und Produktionsgebäude der Sachsen-Kälte in Dresden
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Eisspeicher für den neuen Sachsen-Kälte-Standort in Dresden

Die Sachsen-Kälte GmbH erweitert ihre Kapazitäten im Dresdner Norden: In direkter Nähe zu den Neuansiedlungen der Halbleiterindustrie entstanden ein Bürogebäude mit angegliederter Werkhalle sowie eine weitere Werkhalle mit integrierten Büroflächen. Der neue, zweite Standort verbindet funktionale Industriearchitektur mit einem besonderen Energiekonzept.

Im Mittelpunkt steht eine Sonne-Eis-Anlage, die pumpfähiges Flüssigeis erzeugt und als Energiespeicher nutzt. Photovoltaik, Abwärme aus der Eiserzeugung und aus Kältemaschinen sowie Geothermie ergänzen sich zu einem System für Heizung und Kühlung. IPROconsult plante die Neubauten als Generalplaner und begleitete die Bauausführung.

Aus baurechtlichen sowie brandschutztechnischen Gründen wurden Geschossbau und Hallenkörper getrennt.
Aus baurechtlichen sowie brandschutztechnischen Gründen wurden Geschossbau und Hallenkörper getrennt.

Generalplanung für den Hightech-Standort Dresden

Sachsen-Kälte ist auf die Instandhaltung von Prozesskälteanlagen für die Halbleiterindustrie spezialisiert. Das Dresdner mittelständische Unternehmen ist im Hightech-Umfeld der Mikroelektronik tätig und eröffnete im Sommer 2025 seinen zweiten Standort im Dresdner Norden – zeitgleich mit dem 35-jährigen Firmenjubiläum.

IPROconsult plante ein zweigeschossiges Bürogebäude mit angegliederter Werkhalle sowie eine gleich große, eingeschossige Werkhalle mit integrierten Büroflächen. Die Planung und Koordination aller Beteiligten erfolgten nach der Methode des Building Information Modelings, kurz BIM.

Die funktionalen Anforderungen der Arbeitsbereiche bestimmten dabei die innere Organisation der Gebäude. Zugleich sollte der Neubau die Gestaltung der bestehenden Sachsen-Kälte-Werksgebäude am Standort Dresden-Übigau aufgreifen.

Klare Architektur für Büro und Produktion

Der Entwurf trennt Geschossbau und Hallenkörper konsequent voneinander. Diese konstruktive Gliederung berücksichtigt baurechtliche und brandschutztechnische Anforderungen und schafft zugleich eine klar ablesbare Gebäudestruktur.

Glas- und Fensterflächen wechseln sich mit geschlossenen, hell verputzten Fassadenbereichen ab. Dunklere Fensterflächen und metallisch beschichtete Rahmen setzen dazu einen Kontrast. Im Inneren prägen Stahlbeton, Putz und Glas die Gestaltung.

Die Hallenfassaden verbinden Stahlbeton mit transluzenter Industrie-Steg-Verglasung. Auf einem umlaufenden Stahlbetonsockel erstreckt sich bis zur Attika eine vertikal ausgerichtete Industrieglasfassade mit innenliegender transparenter Wärmedämmung.

Eine markante Auskragung betont den Eingangsbereich und lenkt den Blick gezielt zum Zugang. Ein großformatiges Fenster im Besprechungsraum eröffnet zudem den Blick auf die Neubauten im Umfeld von Silicon Saxony.

Flüssigeis als Energiespeicher für Heizung und Kühlung

Die Gebäude werden teilweise energieautark betrieben. Grundlage dafür ist eine rund 1.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 137 Kilowattpeak. Sie versorgt eine Sonne-Eis-Anlage des Systems „Flow Ice“.

Die Anlage erzeugt pumpfähiges Flüssigeis, das sich effizient als Energiespeicher und zur Energiegewinnung nutzen lässt. Das Flüssigeis wird in einem 12 Kubikmeter großen Eisspeicher gelagert. Ein Rührwerk hält es dabei flüssig.

Bei der Eiserzeugung entsteht Abwärme mit einer Leistung von 70 Kilowatt. Diese Wärme nutzt das Energiekonzept für die Gebäudebeheizung. Ergänzend werden Wärmegewinne aus Kältemaschinen eingebunden, die in den Hallen getestet und eingestellt werden.

Eine Geothermieanlage mit 30 Kilowatt Leistung und acht Erdwärmesonden deckt die verbleibende Leistung ab. Im Winter versorgt das System die Fußbodenheizung. Im Sommer unterstützt die Bauteilaktivierung der Massivdecken die Kühlung der Büroräume.

Das Zusammenspiel aus PV-Strom, Flüssigeis, Abwärme und Geothermie ermöglicht einen Betrieb ohne separate fossile Wärmeversorgung.

Flüssigeis wird in einem zwölf Kubikmeter großen Eisspeicher gelagert.
Flüssigeis wird in einem zwölf Kubikmeter großen Eisspeicher gelagert.

Regenwasser auf dem Grundstück bewirtschaften

Auch der Umgang mit Regenwasser war eine zentrale Aufgabe der Planung. Laut Bebauungsplan ist keine Regenwasserableitung vorgesehen. Das auf dem Grundstück anfallende Niederschlagswasser muss daher gesammelt und verdunstet werden.

Eine Versickerung ist aufgrund der Baugrundverhältnisse nicht möglich. Bereits während der Bauphase erforderte dies besondere Maßnahmen: Ein zusätzlich angelegtes Becken nahm eindringendes Niederschlags- und Schichtenwasser auf und unterstützte dabei, die Baugrube trocken zu halten.

Nach Fertigstellung der Gebäude stehen auf rund 500 Quadratmetern mehrere Verdunstungsmulden mit 25 Zentimetern Einstautiefe zur Verfügung. Sie ermöglichen die erforderliche Bewirtschaftung des Regenwassers direkt auf dem Gelände.

Laut Bebauungsplan ist keine Regenwasserableitung vorgesehen: Das gesamte Wasser muss auf dem Grundstück verdunsten.
Laut Bebauungsplan ist keine Regenwasserableitung vorgesehen: Das gesamte Wasser muss auf dem Grundstück verdunsten.
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