Logo der IPROConsult
Suche verwenden
Drohnenaufnahme vom Baufeld
ProjektLesedauer 3
E-Mail

Wohnungsbau auf schwierigem Terrain

In der Dresdner Albertstadt ist auf einer Fläche von 7,5 Hektar ein neues Wohnquartier mit rund 400 Wohnungen entstanden. Das Areal war zuvor militärisch genutzt und wurde von der Stadt Dresden als Maßnahme der Innenentwicklung ausgewiesen. Nach dem Abriss der ehemaligen Kasernen und der Rodung der stark bewachsenen Flächen begann die schrittweise Transformation zu einem Wohn- und Mischgebiet.

Von der Kaserne zum Wohnviertel

Das Baugebiet liegt nördlich der Dresdner Innenstadt auf dem Gelände einer ehemaligen russischen Kaserne. Nachdem die Gebäude abgetragen und die stark verwilderten Flächen gerodet wurden, stellte die Stadt Dresden das Areal als Maßnahme zur Innenentwicklung für eine künftige Wohnnutzung bereit. 

Bereits 2015/16 entwickelte IPROconsult eine umfassende Erschließungskonzeption. Ab 2018 folgten konkrete Planungsleistungen für:

  • Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerke
  • Trink-, Schmutz- und Regenwasserleitungen
  • Versorgungsmedien für Strom, Wärme und Daten
  • eine zentrale Regenwasserversickerungsanlage

Vor dem eigentlichen Baubeginn waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Auf dem Gelände wurden Kampfmittel wie Hand- und Panzergranaten gefunden und fachgerecht geräumt. Zudem traten zahlreiche Gewölbekeller, alte Leitungen und weitere bauliche Hinterlassenschaften zutage, die vollständig entfernt werden mussten, um den Baugrund nutzbar zu machen.

Vor dem Baubeginn musste der wild gewachsene Wald gerodet werden.
Vor dem Baubeginn musste der wild gewachsene Wald gerodet werden.

Erschließungsplanung unter innerstädtischen Bedingungen

IPROconsult übernahm die Planung der gesamten öffentlichen und privaten Erschließung. Dazu gehörten die Verkehrsanlagen und Ingenieurbauwerke ebenso wie die Versorgungsmedien für Trinkwasser, Fernwärme, Elektroenergie und Daten sowie die Schmutz- und Regenwasserleitungen.

Das Wohngebiet ist in sieben Baufelder mit begrünten Tiefgaragen gegliedert. Die Mehrfamilienhäuser mit rund 400 Wohnungen wurden abschnittsweise errichtet, während parallel die Erschließungsarbeiten stattfanden. Die enge Verzahnung von Hoch- und Tiefbau stellte hohe logistische Anforderungen: Leitungen konnten oft erst verlegt werden, nachdem die Rohbauten der Häuser standen, anschließend mussten die Oberflächen wiederhergestellt werden.

Hinzu kam die Notwendigkeit, eine neu gebaute Straße im östlichen Bereich dauerhaft freizuhalten, um die Zufahrt für die benachbarte Landesdirektion sowie zwei Schulen sicherzustellen.

Die komplexen Anlagen im Untergrund bis hin zur zentralen Rigolenanlage sind heute nicht mehr sichtbar.

Stützwand als prägendes Ingenieurbauwerk

Eine zentrale bauliche Maßnahme war die Errichtung einer 226 Meter langen Stützwand entlang der heutigen O.-F.-Weidling-Straße. Sie gleicht Höhendifferenzen von bis zu fünf Metern zwischen dem Baugebiet und der höherliegenden Anliegerstraße aus und bildet den nördlichen Abschluss des Areals.

Die Stützwand wurde auf Bohrpfählen gegründet und mit einer Schalungsmatrize in Sandsteinoptik betoniert. Zur Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurden Musterflächen hergestellt. Durch die natürliche graue Farbgebung und die strukturierte Oberfläche fügt sich das Bauwerk harmonisch in die historische wie auch die neue Bebauung ein.

Die Bauüberwachung erfolgte abschnittsweise, inklusive Bewehrungsabnahmen und der abschließenden Zustandsfeststellung im Mai 2023.

Die 226 Meter lange Stützwand
Die 226 Meter lange Stützwand

Technisch anspruchsvolle Medien- und Entwässerungslösungen

Besondere Anforderungen stellte die Anbindung an das bestehende Schmutzwassernetz in der westlich gelegenen Marienallee dar. Die dortige Leitung musste während der Arbeiten dauerhaft in Betrieb bleiben. Die Lösung bestand darin, die Leitung halbseitig zu öffnen, einen Stülpschacht aufzusetzen und diesen dauerhaft abzudichten – eine technisch anspruchsvolle, aber effiziente Lösung.

Schmutzwasserleitung

 

Das Regenwasser von Dach- und Straßenflächen versickert über eine zentrale Rigolenanlage mit Trennbauwerk und Regenklärbecken. Diese Anlage befindet sich unter einer öffentlichen Grünfläche im Süden des Quartiers, die als Spiel- und Bolzplatz genutzt wird. Aufgrund der sensiblen Grundwasserverhältnisse bestanden Stadtentwässerung und Wasserschutzbehörde auf erhöhtem Schutz und einer Zwischenabnahme. Bei der Herstellung der Sohle kamen Langstielbagger zum Einsatz, um ausreichend Abstand zur Versickerungsanlage zu gewährleisten.

Ein Fußweg verbindet die Grünanlage mit der tieferliegenden Stauffenbergallee. Er wurde mit einer Winkelstützmauer gesichert und zusätzlich mit einer Wegesperre ausgestattet, um ein ungebremstes Einfahren von Radfahrern auf den darunterliegenden Radweg zu verhindern.

Fußweg zur Stauffenbergallee
Fußweg zur Stauffenbergallee

Ein neues Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität

Trotz der komplexen Ausgangslage und der zahlreichen technischen Herausforderungen ist ein attraktives Wohngebiet entstanden. Heute leben mehrere hundert Menschen in dem neuen Quartier, das durch seine Lage, die durchdachte Erschließung und die Integration von Grünflächen überzeugt.

„Trotz aller Herausforderungen entstand ein schönes Gebiet, in dem heute viele Menschen leben und ihre Freizeit genießen können“, resümiert Bauoberleiter Stephan Mickan.

Dresden Marienallee Luftbild
Zur Kontaktseite