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Stadtteilhaus in Dresden Johannstadt
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Cloudbasiert zum neuen Stadtteilhaus in Dresden

Im April 2026 wurde das neue Stadtteilhaus in Dresden-Johannstadt an seine Nutzer übergeben. Der Ersatzneubau schafft einen Ort für Begegnung, Vereine und Nachbarschaft in einem der multikulturellsten Stadtteile der Landeshauptstadt. Zugleich ist das Projekt ein BIM-Pilotvorhaben der Stadt Dresden. IPROconsult verantwortete dabei in Kooperation mit hpm Projektmanagement das BIM-Management auf Bauherrenseite. 

 

Ein neues Stadtteilhaus für Dresden-Johannstadt

Zwischen den zentrumsnahen Wohnbauten der Johannstadt entstand in knapp drei Jahren Bauzeit ein Ersatzneubau, der künftig als Begegnungsort für Vereine und Nachbarschaft dient. Rund 45.000 Besucher jährlich sollen das Haus nutzen.

Realisiert wurde im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden ein zweigeschossiger Gebäudeteil mit Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlage sowie ein eingeschossiger Teil mit Dachterrasse. Die Entwürfe stammen von JORDAN BALZER SCHUBERT Architekten.

Die Baustelle aus der Vogelperspektive
Die Baustelle aus der Vogelperspektive

BIM-Pilotprojekt mit klaren Anforderungen

Das Stadtteilhaus ist eines von zwei BIM-Pilotprojekten der Stadt Dresden. Beide Vorhaben werden von BIM-Manager Christoph Großmann von IPROconsult begleitet.

Zu Beginn überarbeitete IPROconsult die Auftraggeber-Informationsanforderungen, kurz AIA. Sie definieren verbindlich, welche digitalen Informationen, Modelle und Dokumente der Auftraggeber zu welchem Zeitpunkt und in welcher Qualität benötigt. Damit schaffen sie die Grundlage für eine einheitliche BIM-Abwicklung.

In den AIA sind unter anderem BIM-Ziele, Anwendungsfälle, Datenformate, Modellierungsrichtlinien und Lieferzeitpunkte festgelegt. Gerade in Pilotprojekten ist diese frühe Klarheit entscheidend, um Prozesse und Verantwortlichkeiten von Anfang an sauber zu strukturieren.

Schnitt durch das 3D-Modell mit der koordinierten Fachplanung Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro
Schnitt durch das 3D-Modell mit der koordinierten Fachplanung Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro

Gemeinsame Datenplattform für die Zusammenarbeit

Auf Basis dieser Anforderungen stellte IPROconsult die gemeinsame Datenumgebung bereit, richtete sie ein und administrierte sie während der gesamten Projektlaufzeit. Zudem wurden die Projektbeteiligten im Umgang mit der Plattform geschult.

Zum Projektstart im März 2020 kam BIM 360 zum Einsatz, später erfolgte der Wechsel auf Autodesk Construction Cloud. Beide Plattformen ermöglichen einen cloudbasierten und softwareunabhängigen Zugriff auf Dokumente und Modelldaten.

Ein wesentlicher Vorteil lag in der zentralen Zusammenarbeit über unterschiedliche Fachdisziplinen hinweg. Daten aus Programmen wie Revit, Archicad oder Plancal Nova konnten über die IFC-Schnittstelle in die Cloud eingebunden werden. So entstand trotz verschiedener Softwarelösungen eine gemeinsame Datenbasis für alle Beteiligten.

Leserechte standen projektweit zur Verfügung, Schreibrechte wurden nur an die jeweils zuständigen Planer vergeben. Das unterstützte eine transparente und kontrollierte Bearbeitung.

Standard-Koordinationsprozess
Standard-Koordinationsprozess

 

Modellprüfung und Qualitätssicherung

Ein Schwerpunkt des BIM-Managements lag in der Qualitätssicherung der Modelle. Christoph Großmann prüfte, ob die vereinbarten Standards eingehalten wurden, und gab Rückmeldungen an die Projektpartner.

Zusätzlich kam ein Modell-Checker zur Kollisions- und alphanumerischen Prüfung zum Einsatz. Damit verifizierte IPROconsult die von den Planern durchgeführten Prüfungen. Grundlage dafür sind standardisierte Prüfregel-Sätze, mit denen belastbare und nachvollziehbare Ergebnisse erzeugt werden.

Da die BIM-Arbeitsweise für einige Fachplaner und BIM-Koordinatoren im Projekt noch neu war, unterstützte IPROconsult auch bei der praktischen Umsetzung. Dazu gehörten Hilfestellungen für den Workflow, etwa beim Erstellen von Bauteillisten oder bei der konsistenten Modellbearbeitung.

Modellierung der Pfahlgründung des Stadtteilhauses
Modellierung der Pfahlgründung des Stadtteilhauses

As-Built-Modell als nächster Schritt

Ein zentrales Ziel des BIM-Einsatzes war es, zum Projektabschluss den tatsächlich gebauten Stand in einem As-Built-Modell zu dokumentieren. Dieses Modell bildet das Bauwerk in seinem finalen Zustand digital ab und kann als Grundlage für einen digitalen Zwilling dienen.

Während der Bauphase rückte dieses Ziel aufgrund baulicher und organisatorischer Herausforderungen zeitweise in den Hintergrund. Nach der Fertigstellung soll es jedoch nachgeholt und um Informationen für das Facility Management ergänzt werden.

Gerade darin zeigt sich der langfristige Nutzen der BIM-Methode: Die im Projekt erzeugten Daten können nicht nur für Planung und Ausführung, sondern auch für Betrieb und Bewirtschaftung weiterverwendet werden.

Visualisierung des Stadtteilhauses
Visualisierung des Stadtteilhauses

Fazit

Das neue Stadtteilhaus in Dresden-Johannstadt zeigt, wie BIM in einem kommunalen Pilotprojekt praxisnah umgesetzt werden kann. Mit überarbeiteten AIA, einer cloudbasierten Datenumgebung und modellgestützter Qualitätssicherung schuf IPROconsult die Grundlage für eine strukturierte digitale Projektabwicklung.

Zugleich macht das Projekt deutlich, dass der Mehrwert von BIM über die Bauphase hinausreicht. Vor allem das angestrebte As-Built-Modell bietet Potenzial für einen datenbasierten und effizienteren Gebäudebetrieb.

BIM-Manager und BIM-Gesamtkoordinator: Wer macht was?

BIM-Manager 

  • Ansprechpartner für BIM beim Auftraggeber
  • Erstellung von AIA und Muster-BAPs
  • Prüfung der BIM-Lieferobjekte im Sinne der Qualitätssicherung
  • Unterstützung der BIM-basierten Koordinationsprozesse
  • Überwachung der vereinbarten BIM-Ziele und Anwendungsfälle
  • Ansprechpartner für BIM-Anforderungen an die gemeinsame Datenumgebung
  • Abnahmeempfehlung zu den Liefergegenständen an den Auftraggeber

 

BIM-Gesamtkoordinator

  • Ansprechpartner für BIM auf Seiten der Auftragnehmer
  • Erstellung und Fortschreibung des BAP
  • Gesamtkoordination der BIM-Fachkoordinatoren
  • Zusammenführung der Fachmodelle zu einem Koordinationsmodell
  • Modellprüfung, z. B. zu AIA-Vorgaben und KollisionenKommunikation der Prüfergebnisse
  • Nachverfolgung der Fehler- und Kollisionsbehebung
  • Organisation des BIM-Jour-fixe

 

Ihr Ansprechpartner

BIM-Manager

Christoph Großmann

Begleitet als BIM-Manager mit seinem Team die Einführung von BIM in Unternehmen, entwickelt gemeinsam mit dem Kunden deren BIM-Strategie und unterstützt bei der Durchführung von Pilotprojekten.

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