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Wehr 100 im Großen Fließ

Auftraggeber

Land Brandenburg, Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz vertreten durch Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“

Ort

Brandenburg

Art der Lösung

Wasserbau

Projektarten

Neubau

Das 1930 errichtete und 1989 rekonstruierte Wehr 100 – auch bekannt als Weiße Schleuse – liegt im Spreewald bei Flusskilometer 5,187 im Großen Fließ, in der Nähe der Polenzschänke. Die Wehranlage befindet sich am Südrand des Hochwaldes im Biosphärenreservat Spreewald an der Grenze zwischen Schutzgebietszone I (Kernzone = Totalreservat) und II (Pflegezone = Naturschutzgebiet).

Die Zufahrt zur Wehranlage erfolgt aus Osten über den Polenz- oder Eicheweg. Von der Polenzschänke führt ein Plattenweg durch das Biosphären-Reservat zur Wehranlage. Auf dem Weg zum Wehr sind einige Brücken und Durchlässe zu queren. Die Anlage ist Bestandteil des Staugürtels IV und dient der Sicherung der Wasserstände im Großen Fließ, der Stützung des Landschaftswasserhaushaltes und der Gewährleistung des ganzjährigen Wassertourismus. Aufgrund des fortgeschritten maroden Bauzustandes konnten die Funktionen des Bauwerkes nur noch unzureichend oder gar nicht gewährleistet werden. Somit ist ein Ersatzneubau der Anlage erforderlich geworden. Nach Abschluss der Planung wurde ein Neubau an gleicher Stelle mit zusätzlichen Funktionen errichtet. Das neue Komplexbauwerk wurde mit durchgehender Sohle in einem Spundwandkasten und aufgehendem Wehrpfeiler, Trennwand und Wehrwangen auf den tragfähigen Sanden errichtet. Als Wehrverschlüsse sind zwei manuell bedienbare Doppelschütze angeordnet (Lichte Öffnungsbreite je 3 m; Wasserspiegelunterschied 1,08 m). Es wird ein überströmter Betrieb vorgesehen. Unterwasserseitig und oberwasserseitig wird jeweils ein Bediensteg angeordnet. Die Schleuse ist mit einer spreewaldtypischen Kammergröße von 10 x 4 m und manuell bedienbaren 2-flügeligen Stemmtoren auf der Südseite ausgeführt.

Die Vorhäfen sind mit Ein- und Ausstiegsstegen und Bootsrollen ausgestattet. Durch die Anordnung der Bootsrollen sind die Ein- und Ausstiegsstege im Sinne einer Bootsschleppe nutzbar. Durch eine intelligente Gestaltung der Geländeoberfläche zwischen den Stegen ist ein händischer Transport der Paddelboote ohne Probleme möglich. Die Flügelwände wurden als massive Stahlbetonwände ausgebildet, die auf Spundwänden gegründet sind. Der Fischpass wird als Schlitzpass auf der Nordseite vorgesehen. Die Verlängerung des Fischpasses in Richtung Oberwasser wird als biegesteifer Halbrahmen in Stahlbetonbauweise ausgeführt. Damit sind alle Aspekte des Hochwasserschutzes und der ökologischen Durchlässigkeit beachtet worden Es wurde ein Vertical-Slot-Pass entsprechend DWA-Merkblatt 509 geplant. 

  • 8 Becken
  • 9 Trennwände
  • Beckenlänge 3,00 m
  • lichte Beckenbreite 2,25 m
  • Schlitzbreite 70 cm
  • Dicke Sohlsubstrat 30 cm.

Verschiedene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind im Zuge des Vorhabens ebenfalls erfolgt.

Der Wasserspiegelunterschied/ Hubhöhe beträgt beim Normalstau im Winter 1,08 m. Der Bau der Wehranlage erfolgte in einem Bauabschnitt. Der Querschnitt des Großen Fließes wurde dafür voll gesperrt. Die Wasserumleitung erfolgt durch die Verteilung auf das Fließnetz im Spreewald. Um den Mittelwasserabfluss abführen zu können und das Unterwasser der Baustelle mit Frischwasser zu versorgen, wurde durch zwei Rohrleitungen DN 1000 vom Oberwasser zum Unterwasser ein Abfluss bis ca. 2,40 m³/s (=MQ) sichergestellt.

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