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Überbauung über der Gerbersaale, Halle

Auftraggeber

Stadt Halle/Saale Straßen- und Tiefbauamt

Ort

Sachsen-Anhalt

Art der Lösung

Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen

Kompetenzen

Projektarten

Sanierung

In der Stadt Halle/Saale wurde in den Jahren 1894/95 die bis dahin als offener Nebenarm der Saale fließende Gerbersaale mit einem Gewölbe überbaut, um hier eine Straße, den Hallorenring, errichten zu können. Damit konnte dem gestiegenen Verkehrsaufkommen Rechnung getragen und eine neue Nord-Süd-Verbindung geschaffen werden, die auch heute noch eine wichtige Verkehrsverbindung darstellt.

In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Hochstraße ein Teil der Gerbersaale verfüllt, der verbleibende Teil dient der Ableitung von Regenwasser und Mischwasserabschlägen aus dem Kanalnetz der Stadt Halle. Beim Bemessungsregen mit einer Wiederkehrdauer von 5 Jahren müssen über die Gerbersaale ca. 15 m³/s Mischwasser abgeleitet werden.Das vorhandene Gewölbe wurde in Stampfbetonbauweise als Maulprofil mit einer lichten Breite von 5,50 m und einer lichten Höhe von 3,20 m errichtet. In der Sohle wurde zusätzlich eine Klinkerrollschicht eingebaut. Die Länge des noch bestehenden Teils der Gerbersaale beträgt rund 410 m.

Das Tiefbauamt der Stadt Halle/Saale beauftragte eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus der IPRO (Wasserhaltung, Beräumung, Ertüchtigung des Gewölbes) und der Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen GmbH (Tragwerksplanung), mit den Planungsarbeiten für die statische Ertüchtigung des Gewölbes der Gerbersaale.
Die Gerbersaale weist zum Teil sehr starke statische Schäden auf. Es sind zahlreiche Längs- und Querrisse vorhanden. Durch diese Risse infiltriert Grundwasser in die Gerbersaale.

Ziel der Planung war die Auswahl eines Bauverfahrens, welches einerseits die statische Tragfähigkeit wieder herstellt, andererseits aber ohne ein vollständiges Freilegen der Gerbersaale möglich war. Außerdem durfte die Querschnittsreduzierung nur so groß sein, dass die erforderliche Mischwassermenge schadlos abgeleitet werden kann.

Neben der eigentlichen statischen Ertüchtigung war die Beräumung von ca. 1.600 m³ Sediment sowie der Aufbau einer leistungsfähigen Wasserhaltung einschließlich der dazu erforderlichen Bauwerke zu planen.

Planerische Besonderheiten:

  • Planung der Baumaßnahme ohne die Möglichkeit das vorhandene Bauwerk in vollem Umfang untersuchen zu können (Gewölbe durch Sedimentablagerungen bis 1,40 m und ständigen Wasserstand von 1,00 m nur eingeschränkt zugänglich)
  • Planung und Projektrealisierung unter Berücksichtigung geohydrologischer Belange (Grundwasserabsenkungen wegen umliegender Bebauung nicht möglich, Gewölbe wirkt als Drainage, Messung der Grundwasserstände und Vorhalten von Anlagen zur Infiltration)
  • umfangreiche hydraulische Berechnungen zur Optimierung Größe der Wasserhaltung, der Entlastungsereignisse sowie der erforderlichen Baumaßnahmen zur Verhinderungen von Überflutungen (Straßen, Parkplätze, Tiefgarage, Kellerräume)
  • Optimierung der Bauwerksgrößen (Heberoberhaupt, temporäres Auslaufbauwerk) unter Berücksichtigung der hydraulischen Randbedingungen (zulässige Rückstauhöhen im Netz, Wehrschwellenlängen, Wasserstände im Vorfluter, Leistungsfähigkeit der Heberleitung)
  • hydraulische Berechnungen Auslegung des Frühwarnsystems (Anzahl und Lage der Messstellen, Ermittlung der relevanten Grenzwerte)
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