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Ständehaus Merseburg

Auftraggeber

Hochbauamt der Stadt Merseburg

Ort

Sachsen-Anhalt

Art der Lösung

Kulturbauten

Kompetenzen

Projektarten

Sanierung

Das Ständehaus Merseburg wurde als Versammlungsort des Provinzialständetags der preußischen Provinz Sachsen von 1892 bis 1895 nach einem Entwurf von Franz Schwechten errichtet. Vom Ende der 1940er Jahre bis 1990 nutzte die Stadt Merseburg das Baudenkmal als Kulturhaus.Die differenziert gegliederte und reich mit Schmuckelementen versehene Sandsteinfassade folgt im Sinne des Historismus Vorbildern der römischen Antike und der Renaissance. Das Gleiche gilt für die Gestaltung einiger Säle und öffentlicher Flurbereiche. Während der Fassadenschmuck weitgehend erhalten blieb, wurden die Innenräume mehrfach renoviert. Dabei kam es zum Verlust der ursprünglichen Farbigkeit.

Die historisch wertvolle Bleiglaskuppel im Ständehaus Merseburg liegt über dem Hauptfoyer. Über das im Dachgeschoss befindliche Oberlicht strömt das Tageslicht durch diese Bleiglaskuppel in das darunter liegende Geschoss. Durch die Schmuckelemente, wie zum Beispiel bunte Vasen und farbige Ornamentik, entsteht im Foyer vor dem Kleinen und Großen Saal ein wunderschönes Lichtspiel.

Die Aufgabe

Im Auftrag des Hochbauamts der Stadt Merseburg erarbeitete IPROconsult nach einer bestätigten Sanierungsstudie als Generalplaner die Grundlagenermittlung, die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie die Ausführungsplanung und Vergabe. Zudem übernahmen wir die Bauüberwachung bei der Ausführung aller Arbeiten, die Objektbetreuung und Dokumentation. Bei der technischen Ausrüstung waren zu planen: Heizung, Lüftung, Sanitär, Küchentechnik, Starkstrom-, Daten- und Kommunikationstechnik, sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Die Lösung

Bei den Arbeiten an der Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Ständehauses Merseburg verfolgten wir das Ziel, das äußere Erscheinungsbild sowie die Innenräume gemäß der originalen Fassung wiederherzustellen. Die neue Nutzungskonzeption sah vor, ein Gebäude mit Veranstaltungsräumen, Gastronomie sowie Standesamt, Kulturamt und Fremdenverkehrsverband zu schaffen. Dies erforderte aus bauphysikalischen und hygienischen Gründen eine mechanische Be- und Entlüftung oder Teilklimatisierung einzelner Räume bzw. Bereiche. Bei der Verteilung der Zuluft und der Erfassung der Abluft griffen wir auf das umfangreiche vorhandene System von vertikalen Luftschächten zurück, die schon früher einer Freien Lüftung dienten. Ebenso verwendeten wir nach einer entsprechenden Prüfung größtenteils die historischen Zu- und Abluftöffnungen wieder. Die Ausrüstung des Gebäudes mit elektroakustischen Anlagen, einer auf das historische Ambiente abgestimmten Beleuchtungstechnik sowie mit einer Brandmeldeanlage und einem behindertengerechten Personenaufzug bietet die besten Voraussetzungen für eine breite kulturelle Nutzung.

Das Ergebnis

Das Ständehaus Merseburg dient seit der Fertigstellung 2003 als Kongress- und Kulturzentrum. Außerdem sind in dem Baudenkmal Büros der Verwaltung sowie das Standesamt der Stadt und ein Restaurant untergekommen.

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