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Mischwasserkanal Helmut-Just-Straße in Halle

Auftraggeber

Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS)

Ort

Sachsen-Anhalt

Art der Lösung

Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen

Kompetenzen

Projektarten

Neubau

Die HWS GmbH als zuständiger Wasser- und Abwasserbetrieb der Stadt Halle/Saale beabsichtigte ein größeres Gebiet im Stadtteil Frohe Zukunft entwässerungstechnisch umzugestalten. Hierzu sollten Hydraulik- und Gefälleverhältnisse so optimiert werden, dass teilweise Volumenströme aus stärker belasteten Teilen des Kanalnetzes in andere schwächer belastete Entwässerungsgebiete umgeleitet werden können. Der hierfür notwendige neue Entlastungskanal einschließlich zweier Regenüberlaufbauwerke zwischen altem und neuem Kanalnetz wurde in der Helmut-Just-Straße trassiert.

Die geplante Lösung beinhaltet den Neubau eines Mischwasserkanals DN 900 (960 x 48 mm) aus GFK auf einer Länge von 513 m. Da die angefundenen Baugrund- und Grundwasserverhältnisse durchaus als kompliziert bezeichnet werden können und die Verlegetiefe bei 8,50–10,90 m unter Gelände vorgesehen war, wurde ein gesteuerter Rohrvortrieb als Bauverfahren gewählt. Die Lage des Baufeldes im Bergsenkungsgebiet und der Verdacht auf Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg begünstigten diese Entscheidung zusätzlich.

Die notwendigen Start- und Zielgrubenbauwerke DN 3200/2600 wurden im Absenkverfahren abgeteuft und anschließend als Kontrollschächte ausgebaut. Der in einer Tiefe von 2,00–4,00 m befindliche, darüberliegende Altkanal DN 200-600 wurde in 6 Teilabschnitten auf einer Länge von 500 m im Nachgang mittels GFK-Schlauchlinerverfahren saniert. Parallel erfolgte die Sanierung der vorhandenen 13 Kontrollschächte durch Beschichtungen der Innenwände und die Neugestaltung der Bermen und Gerinne im Schachtbodenbereich. Im Zuge der Gesamtmaßnahme wurden alle vorhandenen 15 Hausanschlussleitungen neu errichtet. Die Gesamtbauzeit erstreckte sich wie geplant über 12 Monate. Bei den Baukosten von 2,3 Mio. Euro konnte eine Einsparung von ca. 5 % zur geplanten Summe erzielt werden.

Zweiter Bauabschnitt

Die HWS GmbH als zuständiger Wasser- und Abwasserbetrieb der Stadt Halle/Saale beabsichtigt, ein größeres Gebiet im Stadtteil Frohe Zukunft entwässerungstechnisch umzugestalten, um die hydraulischen Verhältnisse zu optimieren. Dabei sollen nach Realisierung des ersten Bauabschnittes zwischen der Gottfried-Keller-Straße und der Geschwister-Scholl-Straße im Jahr 2013 die Hydraulik- und Gefälleverhältnisse auch durch den zweiten Bauabschnitt so optimiert werden, dass eine teilweise Umleitung der Volumenströme von stark belasteten in weniger belastete Teilstrecken des Kanalnetzes möglich wird. Im Zuge dessen wurde im Bereich der Helmut-Just-Straße, der Klopstockstraße sowie in einem Teilabschnitt der Wilhelm-Busch-Straße der neue Entlastungskanal einschließlich zweier Regenüberlaufbauwerke zwischen dem bestehenden, in Betrieb bleibenden und dem neuen Kanalnetz trassiert.

Der neue Mischwasserkanal setzt sich demnach, gemäß den Straßenabschnitten, aus DN 900 (Länge 604 m) aus GFK und DN 500 (Länge 50 m) aus GFK zusammen. Aufgrund der diffizilen angetroffenen Baugrund- und Grundwasserverhältnisse und der vorgesehenen Verlegetiefe von 3,12–8,50 m unter Gelände für die Abschnitte Helmut-Just-Straße und Klopstockstraße wurde hier ein gesteuerter Rohrvortrieb als Bauverfahren gewählt. Der Mischwasserkanal in der Wilhelm-Busch-Straße (2,87–3,12 m unter GOK) sowie geplante Netzverknüpfungs- und -entflechtungsabschnitte wurden mittels offener Verlegung realisiert. Die Lage des Baufeldes in munitionsverdächtigem Gebiet stellte dabei eine zusätzliche Herausforderung dar. Die für den Rohrvortrieb notwendigen Start- und Zielbauwerke DN 3200/2600 wurden im Absenkverfahren abgeteuft und anschließend zu Kontrollschächten ausgebaut.

An den im Bauabschnitt vorhandenen Hausanschlüssen, die alle auf den im Betrieb bleibenden Altkanal aufbinden, wurden je nach baulichem Zustand entsprechende Ertüchtigungsmaßnahmen durchgeführt. Bereits vorhandene Kontrollschächte wurden durch Beschichtung der Innenwände und die Neugestaltung der Bermen und Gerinne im Schachtbodenbereich saniert. Der in einer Tiefe von 2,30–2,80 m befindliche Altkanal DN 250 erfuhr mittels GFK-Schlauchlinerverfahren eine Sanierung auf insgesamt 488 m Länge.

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