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Klosteranlage Raitenhaslach, Study- und Science-Center der Technischen Universität München

Auftraggeber

Stadt Burghausen

Ort

Bayern

Art der Lösung

Bildungs- und Sportbauten

Projektarten

Umbau
Sanierung
Revitalisierung

In Raitenhaslach gründeten im Jahre 1146 die Zisterzienser ihr erstes Kloster in Altbayern. Die ursprünglich dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, 1186 eingeweiht, erhielt in den Jahren 1743 bis 1746 eine prunkvolle Innenausstattung und wurde zu einem Juwel des bayrischen Barock. Besonders sehenswert sind die Altäre, die Fresken und die Grabplatten des einstigen bayerischen Königshauses. Die Klosteranlage besteht aus dem ‚Alten Kloster‘ mit der Klosterkirche und dem Wasserturm aus dem 16. Jahrhundert sowie aus dem ‚Neuen Kloster‘ mit seiner barocken Bausubstanz. Bis zur Auflösung des Konvents im Jahr 1803 war es eng mit dem bayerischen Herrscherhaus verbunden. In den nachfolgenden 200 Jahren führte das kultur- und religionsbeladene Kleinod einen Dornröschenschlaf, ehe es 2004 in den Besitz der Stadt Burghausen eingegliedert wurde.

Die Aufgabe

Die Stadt Burghausen hat IPROconsult GmbH mit der Planung für die Revitalisierung, den Umbau und die Sanierung der ehemaligen Klosteranlage Raitenhaslach beauftragt. Projektziel war die Umnutzung des ehemaligen Zisterzienserklosters zu einem Studien- und Wissenschaftszentrum im Rahmen der Exzellenzinitiative der Technischen Universität München. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz und Betreuung durch das Bayrische Landesamt für Denkmalpflege.

Die Lösung

Der historische Charakter der Gesamtanlage blieb erhalten. Die Planungen von IPROconsult trugen dem hohen Denkmalwert Rechnung und erfolgten in Abstimmung mit dem Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege. Durch denkmalgerechte Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, Ertüchtigung des Brandschutzes, Verbesserung des Schall- und Wärmeschutzes sowie Aufbau einer energieeffizienten Haustechnik erfüllt das Objekt die heutigen funktionellen Anforderungen und die Ansprüche eines Wissenschafts- und Studienzentrums. Das gesamte Vorhaben wurde vom Wissenschaftsministerium der Bayrischen Staatsregierung gefördert.

Eine Besonderheit ist heute das Zusammenspiel der modern und zweckmäßig eingerichteten Seminar- und Vortragsräume in einer aus der Barockzeit erhaltenen Raumstruktur. Einige Räume werden jedoch aufgrund der hochwertigen, im Original erhaltenen Ausstattung ausschließlich museal genutzt. Wir stellten bei dem Projekt unsere hohe Planungskompetenz auch für spezielle Restauratorenleistungen in Abhängigkeit aller Bau- und Sanierungsmaßnahmen unter Beweis. Gefordert waren wir ebenfalls bei der Koordination aller an der Baumaßnahme fachlich Beteiligten.

Die Arbeiten am Denkmal gliederten sich in mehrere Abschnitte: Im ersten Bauabschnitt verantworteten wir die Sanierung des Prälatenstocks sowie des Steinernen Saalflügels. Hier galt es auch, einige der in den Jahrhunderten der Nutzung entstandene Umbauten zurückzubauen und so den Denkmalwert zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. Um die denkmalpflegerische Qualität der Arbeiten abzusichern, führten wir vorgezogene Bemusterungen durch, ließen Probeachsen erstellen und integrierten leitende Restauratoren in die Prozesse. All das funktionierte nur mit einer intensiven Betreuung der Baustelle und eine kontinuierliche Vor-Ort-Präsenz durch erfahrene Fachleute von IPROconsult. So legten wir unser Augenmerk auf die denkmalverträgliche Bewahrung, Sicherung, Konservierung und Ertüchtigung der historischen Bausubstanz. Trotzdem gelang es, heutige Sicherheitsstandards umzusetzen – beispielsweise durch kompensierende anlagentechnische Maßnahmen. In einem zweiten Bauabschnitt folgte die Errichtung eines neuen Treppenhausanbaus zur Erschließung des historischen Festsaals und als zweiter Fluchtweg. Bei allen Arbeiten standen für uns Respekt und Wertschätzung der historischen Bausubstanz im Mittelpunkt.

Der neue Treppenhausanbau mit modernen Treppenaufgängen, Verglasungen, Türelementen und Sanitärräumen steht selbstbewusst im Kontrast zum Bestand – auch im denkmalpflegerischen Interesse der Gegenwart.

Das Ergebnis

Das Kloster Raitenhaslach wurde im Sommer 2016 seiner Bestimmung als Begegnungsort von Wissenschaft und Wirtschaft übergeben. Hier können jetzt nach Jahrhunderten wieder Konferenzen, Tagungen und Seminare abgehalten werden. Doktoranden nutzen einzelne Studierzimmer, um in dieser einzigartigen Atmosphäre ihr wissenschaftliches Arbeiten voranzutreiben.

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