Logo der IPROConsult
Suche verwenden
11.01.2022
Lesedauer 1:31 Minuten

Pilotprojekt "Nullenergieschule"

Im sächsischen Wermsdorf wurde zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur eine neue Grundschule erforderlich. Die Fördermittel für den Bau waren an den Nachweis des Nullenergiehaus-Standards gebunden, d.h. dass sich die von der Gebäudetechnik erzeugte und die verbrauchte Energie ausgleichen müssen. Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig wertete über zwei Jahre die Messungen aus und kam zu dem positiven Schluss: Die Schule verbraucht in etwa so viel Energie, wie die Technik im Gebäude gewinnt.

Die Schule in Wermsdorf musste den Nullenergiehaus-Standard erfüllen: So prägen eine besondere Fassade und die Fotovoltaikanlage das Bild.
Die Schule in Wermsdorf musste den Nullenergiehaus-Standard erfüllen: So prägen eine besondere Fassade und die Fotovoltaikanlage das Bild.

Die Gebäudehülle erhielt eine vorgelagerte Schale aus Multipor-Steinen. Unter der Bodenplatte wurde eine Schaumglas-Dämmung eingebaut und über der gedämmten Decke im hinteren Gebäudeteil ein Gründach sowie eine große Fotovoltaikanlage installiert. Sie versorgt auch die Wärmepumpe, die ihre Energie wiederum aus sechs 98 Meter tiefen Erdwärmesonden bezieht. Ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und Wärmekopplung rundet die Haustechnik ab.  

Eine echte Innovation planten die IPROconsult-Architekten bei den Fenstern: Diese bestehen aus schaltbarem elektrochromem Glas für die individuelle Steuerung von Tageslicht, Blendschutz und Wärmeeintrag. 

Dutzende von Sensoren wurden eingebaut, um u.a. Raumtemperaturen, Luftströme,  CO2-Konzentration in den Räumen, Stromverbrauch, relative Feuchte oder die Globalstrahlung zu messen. Das wichtigste Ergebnis ließ sich bereits frühzeitig erkennen: Die Photovoltaikanlage des Gebäudes produziert im Jahresmittel so viel Energie, wie für den Betrieb benötigt wird und über Außenwände verloren geht. „Wir müssen solche Gebäude bauen“, ist sich Ulrich Möller, Professor für Bauphysik und Baukonstruktion an der HTWK, sicher. „Die Gemeinde hat hier ein wirkliches Highlight. Sie muss diese Technik aber auch betreuen und warten können. Ein Hausmeister schafft das meist nicht. Deshalb sollten die Bauherren entsprechende Wartungsverträge mit externen Firmen abschließen.“