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29.01.2021
Lesedauer 2:13 Minuten

Forschung am ersten lebendigen BIM-Projekt

Erstmals Zusammenspiel von Revit, Mengenermittlung, OneDrive und BIM360 getestet

Ein Neubau im Erzgebirge für die Landestalsperrenverwaltung des Freistaats Sachsen entwickelte sich in mehrfacher Hinsicht zu einem besonderen Projekt für die IPROconsult: Ende 2016 begann ein Team mit der Planung des Gebäudes nach der damals noch nicht erprobten Methode des Building Information Modelings (BIM). Das neue Betriebsgebäude der Landestalsperrenverwaltung in Eibenstock erschien durch seine Kubatur und Nutzung überschaubar und gut geeignet, um IPROconsult den Einstieg in BIM zu erleichtern. So führten die Ingenieure Planung und Modellierung bis in die Leistungsphase 5 fort. Zum ersten Mal wurden dafür bei IPROconsult auch Details in der Software Revit erstellt und auf Plänen ausgegeben. Die Bauwirtschaft erprobte an diesem Objekt die modellbasierte Mengenermittlung und testete verschiedene Softwaretools. Um die Pläne und Modelle auch auf der Baustelle nutzen zu können, wurden zudem der Filehosting-Dienst Microsoft OneDrive und die Projektplattform BIM360 von Autodesk getestet.

Weitergehende Forschung zur automatisierten Baufortschrittsdokumentation

Mittlerweile ist das Bauwerk fertiggestellt und wird seit 2020 wie vorgesehen genutzt. Damit gilt dieses Betriebsgebäude als das erste Gebäude der IPROconsult, das nach BIM-Methodik geplant und fertiggestellt wurde. Doch nicht nur der Generalplaner profitierte von diesem Pilotprojekt, indem grundlegende Festlegungen des heutigen Revit-Standards getroffen wurden. Durch die langjährige Zusammenarbeit von IPROconsult mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden sowie dank der Einverständniserklärung des Auftraggebers durfte das Objekt für die weitergehende Forschung verwendet werden. Felix Gruner entwickelte als Master-Student ein neuartiges Verfahren zur automatisierten Baufortschrittsdokumentation mittels Punktwolken. Während der Bauphase war der Student mit einem Team zum Laserscanning mehrfach vor Ort, nahm in den unterschiedlichen Bauphasen den Fortschritt auf und dokumentierte ihn. Die entstandene Punktwolke wurde dann in einem neuen Verfahren mit dem Gebäudemodell der IPROconsult verglichen.

Vergleich des Modells mit dreidimensionalen Ebenen

Bei dem eigens entwickelten Verfahren wird das Modell nicht mit einzelnen Punkten der Punktwolke verglichen, sondern mit dreidimensionalen Ebenen, welche sich aus der Punktwolke generieren lassen. Die sogenannten Ebenen-Patches geben Auskunft darüber, ob ein Modellelement bereits gebaut wurde, ob fehlerhaft oder korrekt gebaut wurde. Die Ergebnisse des Vergleichs wurden dann direkt in die Datensätze der Bauteile in Revit geschrieben und können mit Filtern visualisiert werden. Das entwickelte Verfahren wird nun in reale Softwareprodukte integriert, wie die Software Scantra zur automatischen Registrierung von Laserscan-Punktwolken. Es ermöglicht zukünftig einen schnelleren und genaueren Vergleich von Soll- und Ist-Zustand des Gebäudes. Felix Gruner konnte sich mit seiner Arbeit zudem den 2. Platz des ÖbVI-Petersen-Preises sichern. Der Öffentlich bestellte Vermessungsingenieur (ÖbVI) ist ein Organ des öffentlichen Vermessungswesens bzw. Träger eines öffentlichen Amts in Deutschland.